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18.11.2015

NPE stellt Statusbericht 2015 zur Ladeinfrastruktur vor

Der Vorsitzendende der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) Henning Kagermann war auf dem 5. Parlamentarischen Abend zur Elektromobilität am 26. November in der niederländischen Botschaft in Berlin zu Gast. Dort präsentierte er gemeinsam mit Norbert Verweyen von der RWE Effizienz GmbH den NPE-Statusbericht 2015 zur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

In ihrem Statusbericht zur Ladeinfrastruktur informiert die NPE über den aktuellen Bestand der Ladeinfrastruktur in Deutschland und spricht Empfehlungen für den weiteren Ausbau aus. „Die Ladeinfrastruktur muss mit den Stückzahlen der Elektrofahrzeuge mitwachsen. Denn die Nutzer wollen ihre Elektrofahrzeuge verlässlich und komfortabel laden können – sei es am Arbeitsplatz, während des Einkaufens oder zwischendurch bei Langstreckenfahrten. Für Wirtschaft und Politik gilt es nun, den Ausbau mit gemeinsamen Investitionen im Sinne der Nutzer voranzutreiben“, betonte Henning Kagermann. Die NPE empfiehlt deshalb ein gemeinschaftlich von Wirtschaft und öffentlicher Hand getragenes „10.000-Säulenprogramm“ für den Aufbau von 10.000 öffentlich zugänglichen Normalladesäulen. Denn insbesondere in Großstädten mit hohem Parkdruck seien bislang noch nicht genügend Normalladesäulen vorhanden.

Bei der Schnellladeinfrastruktur bestehe eine gute Ausgangslage – der Aufbau sei schnell vorangeschritten, viele zusätzliche Schnellladepunkte seien außerdem bereits geplant. „Für den Zeitraum von 2017 bis 2020 benötigen wir allerdings zusätzliche Schnellladepunkte. Die Menschen werden mit der steigenden Reichweite ihrer Fahrzeuge immer häufiger auch längere Strecken mit dem Elektroauto zurücklegen“, hielt Kagermann fest. Der Aufbau könnte in drei Stufen erfolgen: von heute an bis 2017, ab 2017 und ab 2020. So würden die 5.700 Schnellladepunkte, die zusätzlich zu den heute bereits bestehenden oder geplanten Säulen benötigt werden, schrittweise aufgebaut. Gleichzeitig könnten die Ladepunkte stufenweise an eine zunehmende Ladeleistung angepasst werden – aktuell zeichnet sich bei batterieelektrischen Fahrzeugen ein Trend zu einer steigenden Ladeleistung in Höhe von 150 kW und mehr ab.

Nobert Verweyen, Geschäftsführer der RWE Effizienz GmbH und Mitglied der NPE dazu: „Die Ladeinfrastruktur ist ein zentraler Faktor für den erfolgreichen Markthochlauf der Elektromobilität. Erfolgreiche Projekte auf EU-, Bundes- und Landesebene haben eine erste Grundversorgung geschaffen. Mit den richtigen Initiativen zur Ladeinfrastruktur gilt es nun, die Elektromobilität in Deutschland gemeinsam noch attraktiver machen. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass sich der Betrieb von Ladesäulen heute finanziell noch nicht selbst trägt. Bis 2020 kann sich das ändern – wenn die laufenden Kosten ebenso wie die Kosten der Hardware für die Ladesäule sinken und neue Geschäftsmodelle entwickelt werden. Diese Entwicklung aber ist nicht selbstverständlich: Nötig sind Investitionen durch die Privatwirtschaft genauso wie Anschubfinanzierungen durch die öffentliche Hand.“

Die Niederlande als Gastgeber des Parlamentarischen Abends haben mit hohen Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen und neuen Konzepten für Ladeinfrastrukturen eine Vorreiterrolle inne. Deshalb hatte der Parlamentskreis Elektromobilität zum diesjährigen Parlamentarischen Abend Elektromobilität in die niederländische Botschaft geladen. Bernd Klerk, Vorsitzender der niederländischen Plattform für Elektromobilität sprach über die Besonderheiten des Aufbaus von Ladeinfrastrukturen in den Niederlanden. So werden Normalladepunkte beispielsweise oft auf konkrete Nachfrage hin installiert: Wünschen sich Bürger einen Ladepunkt in ihrer Nähe, so können sie das direkt über eine Onlineplattform an ihre jeweilige Gemeinde übermitteln. Nach einer Prüfung, ob der Ort geeignet ist, wird diese Ladesäule dann zeitnah für den Kunden aufgebaut. In Deutschland wird der Aufbau aktuell stärker mit Hilfe von Vorausplanungen angegangen – für beide Seiten also konnte der Austausch untereinander Impulse für die weitere Arbeit liefern.

Der Dialog zwischen den Elektromobilitätsplattformen der Nachbarländer Deutschland und Niederlande soll auch in Zukunft fortgeführt werden. In der Nationalen Plattform Elektromobilität gestalten rund 150 Experten aus Politik, Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft die Elektromobilität in Deutschland. An den Schnittstellen unterschiedlicher Branchen und wissenschaftlicher Disziplinen identifiziert die Plattform erfolgskritische Themen für Forschung und Entwicklung und wertet nationale und internationale Aktivitäten auf dem Feld der Elektromobilität aus. Die von acatech koordinierte Plattform wurde 2010 auf Initiative der Bundesregierung gegründet.