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15.05.2017

NPE begrüßt Entscheidung des Bundesrats für einen freien Zugang zur öffentlichen Ladeinfrastruktur

Für den Markthochlauf der Elektromobilität in Deutschland braucht es für den Nutzer eine zuverlässige, öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur – Investoren benötigen Rechtssicherheit für ihren Aufbau. Die Ergänzung der Ladesäulenverordnung, der am vergangenen Freitag, den 12. Mai 2017, der Bundesrat zugestimmt hat, regelt Zugang und Abrechnung beim Laden und ermöglicht ein einheitliches, interoperables Ladesystem. Sie ist auch ein Ergebnis der Zusammenarbeit in der Nationalen Plattform Elektromobilität.

Der zügige Aufbau einer bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur ist zentral für einen erfolgreichen Markthochlauf bei Elektrofahrzeugen. Die erste Ergänzung der bestehenden Ladesäulenverordnung durch die Bundesregierung klärt wichtige Fragen vor allem zu Ablauf und Abrechnung von Ladevorgängen. Insbesondere fordert sie die Möglichkeit für punktuelles Aufladen: Dem Nutzer muss an sämtlichen öffentlich zugänglichen Ladepunkten das Aufladen möglich sein, ohne eine längerfristige vertragliche Bindung eingehen zu müssen. Die Verordnung schreibt nun vor, dass der Ladesäulenbetreiber eine von vier Varianten für punktuelles Laden wählt: Laden ohne Authentifizierung, das entweder 1. kostenlos oder 2. bargeldbasiert ist sowie bargeldloses Laden, das entweder 3. mit einem kartenbasierten oder 4. einem webbasierten Zahlungsverfahren funktioniert und für das die Ladesäule eine Authentifizierung ermöglicht.

Die ergänzte Ladesäulenverordnung schafft so die Grundlage dafür, dass überall diskriminierungsfrei geladen werden kann. Den Nutzern und Betreibern gibt sie mit einheitlichen Standards bei Steckern und Ladeleistungen Verlässlichkeit. In Europa finden sie überall die einheitliche Ladeschnittstelle Combined Charging System (CCS) vor, mit dem Stecker Typ 2 und Combo 2.

Durch diese Maßnahmen wird eine flächendeckende, anbieterübergreifende Nutzung der öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur sichergestellt. Henning Kagermann hebt deshalb hervor: „Für die Nutzer stellt die neue Ladesäulenverordnung sicher, dass sie ihr Elektrofahrzeug überall problemlos laden können. Sie finden einheitliche Ladestecker vor und haben direkten Zugang bei jedem Ladepunktanbieter am Markt. Unterschiedliche Ladeszenarien vom Normalladen bis zum Schnellladen bieten für jedes Nutzungsverhalten eine praktikable Lösung.“

Die Kompatibilität im Ladeablauf und bei der Festlegung der jeweiligen Ladeleistung ist sichergestellt. Von den europäischen Automobilherstellern wird CCS bereits standardmäßig in ihren aktuellen elektrischen Fahrzeugmodellen angeboten. Dazu Dr. Norbert Verweyen, Geschäftsbereichsleiter Effizienz bei innogy SE und stellvertretender Vorsitzender der NPE-Arbeitsgruppe 4 für Normung, Standardisierung und Zertifizierung: „Auch infrastrukturseitig werden die Voraussetzungen für CCS bereits erfüllt und angeboten. Nutzer und Investoren können sich auf die gesetzten Standards verlassen. Dies zeigt: Verbindliche Normen schaffen Investitionssicherheit für alle Beteiligten und werden deshalb von der NPE AG 4 aktiv vorangetrieben. Mit ihrem Beitrag zur Ergänzung der Ladesäulenverordnung hat die Arbeitsgruppe Normung, Standardisierung und Zertifizierung einen zentralen Teil ihrer Arbeit erfolgreich abgeschlossen.“

Die Ladesäulenverordnung stärkt die Elektromobilität in Deutschland und leistet auf diese Weise einen wichtigen Beitrag, um die ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen und um Herausforderungen im Mobilitätssektor wie Lärm und Luftverschmutzung zu bewältigen.

2014 schuf die EU-Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe die Grundlage für den Aufbau einer europaweit einheitlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Mit der Ladesäulenverordnung vom März 2016 wurde diese EU-Richtlinie in deutsches Recht überführt. Die nun erlassene Erste Verordnung zur Änderung der Ladesäulenverordnung ergänzt bisher nicht geregelte Aspekte der EU-Richtlinie.