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04.05.2015

Mit Schwung in den Markthochlauf: Henning Kagermann zu Gast beim eMobility Summit

Die Stückzahlen sind noch relativ niedrig, doch die Zuwachsraten für Elektromobilität sind groß: Im März 2015 konnten erstmals mehr als 2.000 Elektrofahrzeuge verkauft werden. Die Verkaufszahlen des ersten Quartals 2015 lagen 100 Prozent über dem Vorjahr. Die Hersteller aus Deutschland drängen mit 19 Fahrzeugmodellen in den Markt. Dieser Schwung müsse für die bis 2017 andauernde Phase des Markthochlaufs gehalten und mit klugen Marktanreizen unterstützt werden, sagte der NPE-Vorsitzende und acatech Präsident Henning Kagermann am 05. Mai auf dem Tagesspiegel eMobility Summit in Berlin.

Aktuell sind in Deutschland rund 32.000 Elektrofahrzeuge zugelassen, die bei derzeit 5.500 Normalladepunkten und 100 Schnellladepunkten geladen werden können – die Ladeinfrastruktur wächst mit den verkauften Autos. Der wirkungsvollste Anreiz durch die Politik ist nach den Worten von Henning Kagermann die Einführung einer Sonderabschreibung für gewerbliche Nutzer von Elektrofahrzeugen. Daneben gebe es bereits eine Reihe an öffentlichen und privaten Beschaffungsinitiativen für Elektrofahrzeuge, die nun konsequent in die Tat umgesetzt werden müssten. Zugleich gelte es, die Infrastruktur weiter aufzubauen. Dazu müssten sich Investitionspartnerschaften aus Wirtschaft und Politik bilden, die den Aufbau gemeinsam finanzieren könnten.


Kagermann verdeutlichte in seiner Keynote zudem die große Bedeutung der Digitalisierung für den Erfolg der Elektromobilität. Ein Beispiel sind die sogenannten Roaming-Plattformen: Dabei vernetzen sich verschiedene Fahrzeughersteller, Ladeinfrastruktur- und Energieanbieter auf einer gemeinsamen Internet-Plattform. Auf diese Weise bieten sie den Nutzern von Elektrofahrzeugen beispielsweise anbieterübergreifende Abrechnungsverfahren an – sei es per App auf dem Smartphone oder per Karte. In Deutschland und Europa stehen verschiedene Anbieter solcher Roamingplattformen im Wettbewerb. Technisch bestehen grundsätzlich keine Hürden für eine europaweite Interoperabilität dieser Plattformen. Durch interoperable Plattformen würde eine barrierefreie Elektromobilität möglich: Nutzer von Elektrofahrzeugen könnten in ganz Europa an jeder Ladesäule unkompliziert laden und zahlen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist nach den Worten Kagermanns die paneuropäische eRoaming-Initiative von verschiedenen Roamingplattformen wie  e-clearing.net, GIREVE, MOBI.E, Enel und Hubject, die im März 2015 startete.

Initiativen dieser Art sollen auch ein Thema der Nationalen Konferenz Elektromobilität im Juni 2015 in Berlin sein. Unter dem Motto „Stark in den Markt“ werden dort über 50 hochrangige Referenten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft über verschiedene Themen rund um die Elektromobilität diskutieren. Im Rahmen der Konferenz wird außerdem ein Spitzentreffen der Bundesregierung mit führenden Vertretern der Industrie stattfinden. Begleitend soll eine Ausstellung zu Schaufenster- und Leuchtturmprojekten der Elektromobilität in Deutschland zu sehen sein.