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26.02.2016

Leitmarkt Elektromobilität: Die NPE begrüßt die Ladesäulenverordnung als wichtigen Schritt

Kunden erwarten, dass sie überall zuverlässig laden können – und für den Aufbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland brauchen Investoren Rechtssicherheit. Deshalb begrüßt die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) die Zustimmung zur Ladesäulenverordnung im Bundesrat. Sie setzt die europaweit einheitliche Ladeschnittstelle Combined Charging System (CCS) in nationales Recht um und folgt damit einer Empfehlung der NPE.

Elektrofahrzeuge werden schon heute vielfältig geladen: In wenigen Minuten an Schnellladesäulen, die mit Gleichstrom (DC) betrieben werden, an Ladesäulen mit Wechselstrom (AC), wie wir ihn auch im Haushalt nutzen, in Parkhäusern und Garagen. Damit auch jedes Elektrofahrzeug überall geladen werden kann, gibt es in Europa die einheitliche Ladeschnittstelle Combined Charging System (CCS) mit Stecker Typ 2 und Combo 2. Alle europäischen Automobilhersteller unterstützen CCS und bauen das System in ihre aktuellen elektrischen Fahrzeugmodelle ein. Die Ladesäulenverordnung, der heute im Bundesrat zugestimmt wurde, sorgt dafür, dass auch jede Ladesäule in Deutschland den passenden Anschluss bereithält.

Die Ladesäulenverordnung regelt technische Mindestanforderungen, die eine sichere und interoperable Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland gewährleisten. Ebenso wie bei den Fahrzeugen, ist die Festlegung der Steckerstandards der Ladesäulen zentral: Drei Monate nach Inkraftreten der Verordnung müssen alle neu zu errichtenden öffentlich zugänglichen Ladesäulen mindestens mit dem Combined Charging System, für AC- und DC-Laden mit den Stecker Typ 2 und Stecker Combo 2 kompatibel sein. Zudem legt die Verordnung genau fest, welche Ladesäule und welche Ladestation – also eine Ansammlung mehrerer Ladesäulen – als öffentlich zugänglich gilt und damit die genannten Standards erfüllen muss.

Dazu Norbert Verweyen, Geschäftsführer der RWE Effizienz GmbH und stellvertretender Vorsitzender der NPE-Arbeitsgruppe AG 4  für Normung, Standardisierung und Zertifizierung: „Öffentliche Ladeinfrastruktur ist von zentraler Bedeutung für den Markthochlauf der Elektromobilität. Die Zustimmung zur Ladesäulenverordnung im Bundesrat ist hierfür ein wichtiger Schritt. Sie liefert eine rechtliche Grundlage für den Aufbau und Betrieb von Ladesäulen und wird sich positiv auf die Investitionsbereitschaft auswirken.“

 

Die NPE setzt sich seit ihrer Gründung für das Combined Charging System (CCS) als internationalen Ladestandard für AC- und DC-Laden ein. Denn Normen und Standards garantieren neben Investitionssicherheit auch die Nutzerfreundlichkeit von Ladepunkten. Sie sorgen dafür, dass die Kunden das Elektrofahrzeug an jedem Ladepunkt zuverlässig laden können. Die EU-Richtlinie „Deployment of Alternative Fuels Infrastructure“ aus dem Jahr 2014 legt CCS als Mindeststandard für öffentlich zugängliche Ladepunkte innerhalb der EU verbindlich fest, die bis 2017 in allen europäischen Mitgliedstaaten umgesetzt werden muss. Diese Umsetzung erfolgt in Deutschland durch die Ladesäulenverordnung, der heute im Bundesrat zugestimmt wurde.

 

In Deutschland gibt es bereits knapp 5.600 Ladepunkte an 2.500 öffentlich zugänglichen Ladesäulen sowie mehr als 100 öffentlich zugängliche Schnellladesäulen (Stand: Juni 2015). Darin sieht die NPE eine gute Basis für den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur. Dafür sind Investitionen der Privatwirtschaft ebenso notwendig wie Anschubfinanzierungen durch die öffentliche Hand. Diese sollten nach Auffassung der NPE Bestandteil des angekündigten Regierungsprogramms zur Elektromobilität der Bundesregierung sein.