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09.10.2014

Elektromobilität: Treffen der deutsch-chinesischen Plattform

Beim deutsch-chinesischen Plattformtreffen Elektromobilität am 9. Oktober in Berlin unterstrich Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität, die Rolle der internationalen Normen und Standards für den Durchbruch der Elektromobilität. Deren Stand in Deutschland schilderte der Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften in seiner Keynote den deutschen und chinesischen Experten.

Die Elektromobilität gewinnt international an Bedeutung. Sie ist der Schlüssel zu einem nachhaltigen und ressourcenschonenden Mobilitätssystem. Die Fahrzeuge fahren beispielsweise lokal emissionsfrei und entlasten so Ballungsräume und Megacities. China kann als großer Markt den Durchbruch dieser Technologien und damit eine Mobilitätswende forcieren. Die Elektromobilität ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der deutsch-chinesischen Kooperation bei innovationspolitischen Themen. Bereits auf der letzten China-Reise der Bundeskanzlerin im Juli tauschte sich Henning Kagermann, acatech Präsident und Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität, mit chinesischen Regierungsvertretern und Vertretern der deutschen Delegation zu diesem Thema aus. Am Vortag der deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen am 10. Oktober in Berlin setzten deutsche und chinesische Experten die Gespräche beim dritten Treffen der Deutsch-Chinesischen Strategischen Plattform Elektromobilität fort.

Henning Kagermann erläuterte den Teilnehmern in seiner Keynote den Stand der Elektromobilität in Deutschland. Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) habe den Schwerpunkt in der Marktvorbereitung zunächst auf die Forschung und Entwicklung gelegt. Die Resultate bestätigten diesen Ansatz, sagte der acatech Präsident. 17 Fahrzeuge deutscher Hersteller erreichten bis Ende dieses Jahres den Markt und im weltweiten Vergleich der Anbieter von Elektrofahrzeugen liege Deutschland an zweiter Stelle hinter den USA. Nachholbedarf gebe es hingegen beim Aufbau eines Leitmarkts. Hier liege Deutschland nur im Mittelfeld und müsse jetzt die richtigen Anreize setzen, um die Fahrzeuge in den Markt zu bringen.

Weltweit setzen sich Regierungen, Wirtschaft und Wissenschaft im Bereich Elektromobilität ambitionierte Ziele. Dabei könnten China und Deutschland auf dem Weg zum Durchbruch dieser Technologie viel voneinander lernen, betonte Henning Kagermann und würdigte die Zusammenarbeit beider Länder. Im internationalen Vergleich werden beispielsweise Erkenntnisse über regionale Unterschiede in den Kundenanforderungen gewonnen. Experten beider Länder entwickeln im „Sino German Electric Vehicle Charging Project“ bereits Lösungen für das private und öffentliche Laden. Der acatech Präsident plädierte dafür, zukünftig weitere konkrete partnerschaftliche Projekte zu etablieren. Insbesondere die internationale Kooperation bei Normen und Standards müsse vorangetrieben werden, denn diese bildeten das Fundament für Kundenakzeptanz, Planungs- und Investitionssicherheit.
 
Die von Henning Kagermann geleitete NPE legt Ende des Jahres ihren Zweiten Fortschrittsbericht zum Abschluss der Marktvorbereitungsphase vor. Sie ist das Beratungsgremium der Bundesregierung für die Elektromobilität. Die NPE beobachtet und analysiert seit 2010 die Entwicklungen in diesem Bereich und bringt die wesentlichen Akteure aus Industrie, Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften und Verbänden zum strategischen Dialog zusammen.